Rot­tal Ter­me: Mit 50 fit für die Zukunft!

Die Rot­tal Ter­me Bad Birn­bach fei­ert in die­sem Jahr ihr 50-jäh­ri­ges Bestehen. Und das ist nur einer von zahl­rei­chen guten Grün­den, den char­man­ten Kur­ort mit sei­nen vie­len Gesich­tern zu besu­chen.

Die Rot­tal Ter­me  – in der rich­ti­gen, ita­lie­ni­schen Schreib­wei­se ohne „h“ geschrie­ben – bie­tet gleich zwei Super­la­ti­ve: Sie ist das moderns­te The­ra­pie­bad Euro­pas und ver­fügt dazu über den, mit 150 Metern, längs­ten Ther­men­bach des Kon­ti­nents. Das Heil­was­ser – von dem die Birn­ba­cher sagen, dass es „gegen Rheu­ma­tis­mus und Pes­si­mis­mus hilft“ – spru­delt seit dem 23. Juli 1976 und damit seit 50 Jah­ren ohne Unter­bre­chung in die Ter­me. Das wird heu­er groß mit dem Som­mer­fest vom 24.–26. Juli ein gan­zes Wochen­en­de lang gefei­ert.   

Für mei­nen Kör­per und mei­ne See­le ist es immer wie­der ein Genuss und eine all­um­fäng­li­che Wohl­tat, im war­men Ther­mal­was­ser zu ent­span­nen. Schön, dass es das nahe­ge­le­ge­ne Bäder­drei­eck gibt, das uns mit drei Ther­mal­bä­dern das Leben erlei­chert. Das länd­li­che Erschei­nungs­bild des Mark­tes Bad Birn­bach über­zeugt dabei ein­mal mehr: Dank einer ewig gül­ti­gen Bau­ver­ord­nung dür­fen dort die Gebäu­de nicht mehr als zwei Stock­wer­ke hoch gebaut wer­den. Damit kann der zir­ka 7000 See­len-Ort sei­nen länd­li­chen Charme auch für die Zukunft erhal­ten und genau das ist es auch, war­um schon das Ankom­men für eine ers­te, visu­el­le Ent­span­nung sorgt. Den zwei­ten und zwei­fels­oh­ne berühm­te­ren Ent­span­nungs­fak­tor bie­tet die Rot­tal Ter­me mit ihren über 30 Becken innen und außen, ein­ge­bet­tet in einen weit­läu­fi­gen Park mit altem Baum­be­stand und aus­rei­chend Son­nen­lie­gen. Für den klei­nen Hun­ger oder gro­ßen Durst zwi­schen­durch emp­fiehlt sich ein Abste­cher in das Restau­rant Veni­te mit Aus­blick auf die Ther­men­land­schaft. Was mir an der Rot­tal Ter­me sehr gut gefällt, ist ein Raum-Ori­en­tie­rungs­kon­zept, in dem man sich schnell zurecht­fin­det. Schön ist auch, dass es sowohl einen tex­ti­len und nicht­tex­ti­len Bade- und Son­nen­be­reich gibt. 

Beson­ders beein­druckt mich auch, wie nach­hal­tig der belieb­te Kur­ort sein Ther­mal­was­ser ent­sorgt. Vik­tor Gröll, Direk­tor der Kur­ver­wal­tung, infor­miert, dass das Was­ser, das aus der Erde mit 70 Grad nach oben gepumpt wird, dann mit 32 bis 35 Grad Was­ser­tem­pe­ra­tur ein woh­li­ges und gesun­des Baden ver­spricht, wie­der in den Was­ser­kreis­lauf zurück­ge­führt wird. Dazu wird das quell­fri­sche Was­ser, das ein­mal täg­lich kom­plett aus­ge­tauscht wird, gefil­tert, auf 20 Grad her­un­ter­ge­kühlt und in die Rott – der Fluss ist übri­gens der Namens­pa­te für das Rot­tal – ver­ant­wor­tungs­be­wusst ent­las­sen. 

In dem Kur­be­reich rei­hen sich Hotels, Pen­sio­nen und ver­schie­de­ne Klin­ken har­mo­nisch in das Orts­bild ein. Eini­ge Hotels haben haus­ei­ge­ne Ther­mal­bä­der. Doch von über­all sind es nur ein paar Geh­mi­nu­ten zur Ter­me oder ins Art­ri­um, dem Info- und Ver­an­stal­tungs­zen­trum für Gäs­te. In den his­to­ri­schen Orts­kern mit Geschäf­ten und ver­schie­de­nen Gas­tro­no­mie­be­trie­ben geht man vom Kur­be­reich in knapp 15 Minu­ten zu Fuß oder man nimmt den Elek­tro­bus, der laut­los das „Bäder­zen­trum“ mit dem Ort ver­bin­det.

 

Chur­fürst­ho­tel: Wohl­fühl­oa­se mit Stil und Charme

Ich habe mir für mei­ne Wochen­end­aus­zeit das Vier-Ster­ne-Hotel Chur­fürs­ten­hof aus­ge­sucht. Die­ses liegt ide­al am Orts­rand mit direk­ter Anbin­dung an den Kur­park, nur fünf Geh­mi­nu­ten von der Rot­tal Ter­me und knapp zehn Minu­ten zum Golf­park „Bel­la Vis­ta“ ent­fernt. Das Hotel befin­det sich seit 2025 im „Ver­schö­ne­rungs­mo­dus“, der im August die­ses Jah­res abge­schlos­sen sein soll. Die min­des­tens 34 Qua­drat­me­ter geräu­mi­gen Zim­mer mit Bal­kon und gro­ßem Bad mit begeh­ba­rer Dusche wur­den letz­tes Jahr äußerst geschmack­voll moder­ni­siert. Eine Sitz­in­sel mit zwei dreh­ba­ren Ohren­ba­cken­ses­seln, lädt zu einer kusche­li­gen Lese- oder TV-Auszeit im Zim­mer ein. Der mit dem Hotel ver­bun­de­ne, archi­tek­to­nisch anspre­chen­de „Vital­Ku­bus“ lockt indes zum Well­ness­ver­gnü­gen mit zwei Ther­mal­was­ser­be­cken (geöff­net bis 21 Uhr!), ver­schie­de­nen Sau­nen, einer Salz­grot­te, einem Heil­stol­len, einer Erfri­schungs­the­ke und diver­sen hel­len Ruhe­räu­men mit beque­men Sofa­lie­gen und gro­ßen Fens­ter­fron­ten mit Aublick in die Natur. Beson­ders fas­zi­niert hat mich in dem sehr geschmack­voll ein­ge­rich­te­ten Well­ness­be­reich der Heil­stol­len. Es ist, als wür­de man in eine Stein­grot­te mit meh­re­ren Nischen gehen, an deren Ende ein zir­ka ein Meter hoher Berg­kris­tall steht, umge­ben von beheiz­ten Stein­ses­seln, die im Fel­sen ein­ge­bet­tet und mit Mosa­ik­stei­nen besetzt sind. In einer ande­ren „Höh­len­ni­sche“ war­ten zwei in den Fel­sen inte­grier­te, gewärm­te Stein­lie­gen. Dazu gibt’s lei­se, ent­spann­te Musik, ide­al für einen kur­zen Tief­schlaf. Von dem Vital­Ku­bus gelangt man direkt in den vom Hotel­kom­plex wind­ge­schütz­ten Außen­be­reich. Dort laden bei war­men Außen­tem­pe­ra­tu­ren ein schö­ner Pool zum Schwim­men und rings­um beque­me Lie­gen zum Rela­xen und Son­nen­ba­den ein.
Hotel­in­ha­be­rin Michae­la Baum­gart­ner liebt und lebt, was sie tut: Sie sprüht vol­ler Ideen und Enga­ge­ment. Mit leuch­ten­den Augen erzählt sie mir von ihren Plä­nen, wie sie den Chur­fürs­ten­hof Zug um Zug umbaut und dass alle Aktio­nen bis Ende August abge­schlos­sen sein wer­den. Ihre Gäs­te kön­nen sich dann zu den kom­plett reno­vier­ten Zim­mern und Sui­ten über zwei sehr anspre­chend aus­ge­stat­te­te Restau­rants, eine neue Bar und eine gro­ße Früh­stücks­ter­ras­se freu­en. Wer sich nach Bewe­gung sehnt: Das Hotel bie­tet sei­nen Gäs­ten täg­lich mor­gens Was­ser­gym­nas­tik im Ther­mal­bad oder Yoga­kur­se an. Das Vier-Ster­ne Hotel wird wohl ange­sichts der umfäng­li­chen „Ver­schö­ne­rungs­kur“ nicht lan­ge auf die Vier-Ster­ne-Plus Zer­ti­fi­zie­rung war­ten müs­sen… Was für mich jedoch jeg­li­che Klas­si­fi­zie­rung die­ses Hotels toppt, ist die authen­ti­sche Freund­lich­keit aller Mit­ar­bei­te­rIn­nen. Kei­ne künst­li­che Auf­dring­lich­keit son­dern eine ech­te, spür­ba­re Begeis­te­rung für den Gast und für den eige­nen Arbeits­platz in die­sem wun­der­schö­nen Ambi­en­te. Ehr­lich: Für mich ist der Chur­fürs­ten­hof ein ech­tes Wohl­fühl­ho­tel, das alle Erwar­tun­gen – aus­ge­zeich­net mit einem Rund-um-Zufrie­den­heits-Zer­ti­fi­kat – erüllt.

 

Bewe­gungs­viel­falt mit Yoga‑, Wan­der- und Rad­we­gen

Ergän­zend zum Ther­men-Wohl­ge­fühl bie­tet Bad Birn­bach ein viel­sei­ti­ges und vor allem „beweg­tes“ Frei­zeit­pro­gramm: 30 Wan­der­we­ge wur­den neu aus­ge­schil­dert und in ein über­re­gio­na­les Netz ein­ge­glie­dert. Dazu gibts 30 Tou­ren aus dem Pro­jekt „Wan­dern zwi­schen Rott und Inn“. Zahl­rei­che Natur­lehr­pfa­de rund um den Markt und die Rott vor­bei an geschichts­träch­ti­gen und sagen­um­wo­be­nen Orten laden zum Wan­dern oder zum Genuss-Rad­fah­ren auf dem Rot­tal-Rad­weg ein. Aber auch sport­lich Ambi­tio­nier­te kom­men ange­sichts der digi­tal hin­ter­leg­ten Moun­tain- und Gra­vel­bike-Tou­ren rund um den Kur­ort voll auf ihre Kos­ten.

In Bad Birn­bach wird Yoga, ein ganz­heit­li­ches Übungs­sys­tem mit einer jahr­tau­sen­de­al­ten Phi­lo­so­phie ganz groß geschrie­ben: Zu dem belieb­ten Yoga-Fes­ti­val Ende April und zu den hotel­ei­ge­nen Ange­bo­ten gibt’s auch im Ort und im Vita­ri­um offe­ne Kur­se. Aktu­ell ste­hen zudem zwei von vier geplan­ten Yoga­we­gen mit aus­führ­li­chen, auch digi­ta­len, Beschrei­bun­gen zur Ver­fü­gung. Neben dem Rot­ta­ler Chak­ren-Yoga-Weg mit zehn Sta­tio­nen direkt im Kur­park gibt es neu den Rot­ta­ler Baum-Yoga-Weg, der in elf Sta­tio­nen rund um den Golf­park Bel­la Vis­ta das Natur­er­leb­nis und Wis­sen um ver­schie­de­ne Baum­ar­ten mit sanf­ten Yoga­übun­gen har­mo­nisch ver­eint. Jede Sta­ti­on ist einem Baum und sei­ner hei­len­den Wir­kung zuge­ord­net. Auf der Info­ta­fel steht dazu eine pas­sen­de Yoga­übung in Wort und Bild, die man mit Aus­sicht in die Wei­te des Rot­tals und auf den Markt Bad Birn­bach aus­üben kann, ein­fach und ohne gro­ße Vor­kennt­nis­se. Ich hat­te das gro­ße Ver­gnü­gen mit Lena Som­mer, die zusam­men mit ihrer Kol­le­gin Bar­ba­ra Gru­ber das Kon­zept für den Par­cours aus­ge­ar­bei­tet haben, den Rund­kurs zu absol­vie­ren und war begeis­tert! Eine wun­der­schö­ne Idee, die das ganz­heit­li­che Gesund­heits­kon­zept von Bad Birn­bach ein­mal mehr unter­streicht. Nach dem zir­ka drei Kilo­me­ter lan­gen Par­cours kann man das außer­or­dent­li­che Natur-Kör­per-Erleb­nis auf dem Yoga­weg im Restau­rant des Bel­la Vis­ta Golf­parks kuli­na­risch aus­klin­gen las­sen. Mei­ne per­sön­li­che Erm­pfeh­lung sind die selbst gemach­ten Gemü­se-Fri­ka­del­len in einer wun­der­ba­ren Toma­ten­sauce mit einem der Jah­res­zeit ent­spre­chend Dipp. Fazit: Ein gelun­ge­nes Out­door­er­leb­nis für Augen, Kör­per und Gau­men!

Klei­ner Tipp: Wer einen der Yoga-Wege schon mor­gens nach dem Früh­stück geht, kann am Nach­mit­tag die Natur rund um den Kur­ort auf dem Bike oder einem der vie­len Wan­der­we­ge genie­ßen. Eine Emp­feh­lung ist ein Weg vom Art­ri­um zunächst durch den Kur­park vor­bei am Chry­s­an­ti­brun­nen (Löwen­brun­nen). Der in Gra­nit gefass­te Brun­nen ist eine belieb­te Trän­ke für die Bie­nen, die sich dort am war­men Was­ser tum­meln und ihren Durst stil­len. Die Wär­me kann man mit den Hän­den tes­ten, soll­te dies wegen der hohen Tem­pe­ra­tur aber nur am Rand tun. Der Weg führt wei­ter ent­lang der Rott. Dort ent­deckt man Rei­her oder im Was­ser auch mal den Wal­ler, der sich in dem durch die gefil­ter­te Rück­lei­tung des Ther­mal­was­sers wär­me­ren Fluss­was­ser sehr wohl fühlt und ver­mehrt. Wohl fühlt sich an den Fluss­au­en auch der Biber, der sei­ne Nage­kunst an ver­schie­de­nen Orten prä­sen­tiert. Der Rund­weg dau­ert zir­ka ein­ein­halb bis zwei Stun­den. Den in der Tat sehr „beweg­ten“ Tag lässt man mit schö­nen Erin­ne­run­gen ger­ne im mus­kel­ent­span­nen­den Ther­mal­was­ser aus­klin­gen. 

Wer mit dem Wohn­mo­bil unter­wegs ist, für den bie­tet der Cam­ping­platz Arten­fell­ner im Orts­teil Leng­ham ein beson­de­res Refu­gi­um. Auch dort gibt’s ein eige­nes Ther­mal­bad, Sau­na und mit dem uri­gen Restau­rant und einer sehr guten Küche alles, was das Cam­per­herz begeis­tert.

Mich hat mei­ne kur­ze Auszeit in Bad Birn­bach begeis­tert und war, wie das Wochen­en­den so an sich haben, lei­der viel zu kurz. Gera­de das länd­li­che Ambi­en­te ist ide­al für viel­sei­ti­ge Ent­de­ckun­gen, Ent­schleu­ni­gung ohne Lang­wei­le und Genuss für Gau­men, Kör­per und See­le mit dem garan­tier­ten Neben­ef­fekt: Wunsch nach Wie­der­ho­lung!

Ros­wi­tha Pras­ser

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